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Liebe Stocksportfreunde,
für gewöhnlich verzichte ich auf Stellungnahmen in den „sozialen“ Medien. In der Mehrheit der Fälle enden die Diskussionen ohnehin mit Beleidigungen und in maximaler Unsachlichkeit.
Aufgrund der Vielzahl an Fehlinformationen und einseitigen Darstellung bzgl. der geplanten Regeländerungen im Stocksport habe ich mich entschlossen von dieser Linie abzuweichen. In dem Wissen, dass ich hierfür am Ende auch an den öffentlichen Pranger gestellt werde und am Ende einzelne Details in der Luft zerrissen werden, statt sich auf die Gesamtheit der Argumentation einzulassen, werde ich trotz allem meine Darstellung hierzu abgeben.
Allerdings glaube ich, dass es einen nicht unerheblichen Teil an Stocksportlern gibt, denen tatsächlich an einem Fortschritt und einer Weiterentwicklung unseres Sportes gelegen ist und welche daher dankbar sind die Hintergründe für die geplanten Regeländerungen kennenzulernen und nicht nur dem Impuls folgen zur Sicherheit erst einmal dagegen zu sein
Ich oute mich gleich zu Beginn als klarer Befürworter aller Änderungen und bin zudem seit langem ein großer Verfechter und Vorantreiber dieser. Bereits für das Regelbuch 2018 habe ich weitreichende Änderungsvorschläge abgegeben, welche damals nicht berücksichtigt wurden.
Mir ist durchaus bewusst, dass es größere und wichtigere Probleme gibt. Allen voran bei der Jugendarbeit, auch hierfür investiere ich sehr viel Zeit zur Akquise und bringe auch hier meine Vorschläge ein. Dennoch sehe ich es auch als wichtiges Puzzlestück auch das Regelwerk zu überarbeiten und bin der Meinung dies lieber einmal im großen Stil zu tun, bevor wir dies nur bruchstückhaft machen und die Basis damit verärgern, wie in der Vergangenheit oft genug geschehen.
Im Zuge einer intensivierten Zusammenarbeit und nicht zuletzt als Mitglied der IFI-Athletenkommission durfte ich bereits wiederholt meine Ideen hierzu vorstellen.
Dabei wurde das aktuelle Regelbuch immer unter der Perspektive betrachtet: Wie können die Regeln vereinfacht werden? Wie kann der Sport attraktiver für den Neuling, den Zuschauer und die Medien werden?
Es ist liegt in der Natur des Menschen (des Stocksportlers noch mehr), dass er Veränderungen kritisch gegenüber steht. Es ist auch keiner so naiv zu glauben, dass Regeländerungen alle Probleme unsere Sportart lösen. Ganz sicher ist dies nicht der Fall und es kommt kein Zuschauer mehr, weil die Regeln nun anders sind. Aber es ist ein Baustein den Sport einfacher, attraktiver, medienwirksamer und leichter zugänglich für den Neuling zu machen.
Nachdem im Moment nur zwei geplante Änderungen bekannt zu sein scheinen, möchte ich die Argumente für diese beiden auch darstellen.
Abschaffung von Punktabzug bei Nichterreichen des Spielfeldes:
Eine Reglung, die meines Erachtens nur wenig Sinn ergibt und zudem in der Praxis für viel Verärgerung und Verwirrung sorgt:
- Warum ist ein Versuch, welcher einen Zentimeter vor dem Spielfeld steht mit drei Punkten Abzug zu bewerten, aber wer drei Meter durch das Feld schießt, erhält diesen Abzug nicht?
- Warum gibt es den Abzug nur, wenn die Bestlage schon erreicht ist und der Gegner keine Versuche mehr hat? Dies sorgt immer wieder für Verwirrung, bei Hobbyturnieren glauben bist heute viele auch das Verhungern des Moars gibt Abzug.
- Für Anfänger sorgt dies für viel Frustration und Ängste, vor allem, wenn ich meinen neuem U14-Spieler erklären muss, dass er jetzt noch seiner Mannschaft geschadet hat mit seinem Versuch.
- Mir ist bewusst, dass diese Regel daher rührt, dass sonst die Versuche einfach nicht abgeben werden. Aber wo ist denn dabei das Problem? Müssen die Versuche ausgeführt werden, wenn zum Beispiel ein Finale entschieden ist? In Vorrundenspielen habe ich dann immer noch die Wahl, ob ich die Punkte mache oder darauf verzichte. Man stellte sich ein Elfmeter- oder Penaltyschießen vor, welches bereits frühzeitig entschieden ist, aber es muss fertig gespielt werden und sollte jemand über das Tor schießen gibt es drei Treffer Abzug? Daran erinnert mich die bisherige Regelung immer.
- In der Spitze spielt diese Regel fast keine Rolle und in der Breite sorgt sie mehr für Verwirrung und Frustration. Schwer wiegt für mich persönlich das Argument Kinder für den Sport zu begeistern. Wenn ich im Kindergarten oder an Grundschulen mit dem Softstock spielen lasse, gibt es nie Abzug. Dieser Sonderfall ist viel zu kompliziert und für die Kinder zudem viel zu enttäuschend.
Für mich ist es daher eindeutig, dass für diese Reglung keine Notwendigkeit besteht und sie unseren Sport deutlich einfacher macht und es keinen Bedarf mehr gibt diese anzuwenden.
Ich werde es jedenfalls nicht vermissen, dass bei Spielgewinn mit einer schnellen Platte in die Bande geschossen wird.
Die mit Sicherheit größte Änderung betrifft natürlich die Zählweise beim Mannschaftsspiel.
Hier habe ich durchaus Verständnis für alle, welchen an der alten Zählweise gelegen ist und hierüber nun verwundert, irritiert und verärgert sind. Ich kann die Argumentation durchaus nachvollziehen, dass dies zur Tradition des Sportes gehört etc. Es gibt jedoch auch gute Gründe für eine Veränderung und letztlich ist es eine Frage der Gewichtung und Abwägung, was höher zu bewerten ist.
- Ein wichtiger Grund ist die Vereinfachung. Die Zählweise ein Punkt pro Stock ist deutlich einfacher und schneller zu verstehen. Dies gilt im Besonderen für neue Zuschauer (natürlich in dem Wissen, dass niemand deswegen kommt, weil es jetzt geändert wurde) und die Medien. Natürlich lässt sich argumentieren, dass dies auch schnell verstanden werden kann, aber die Einstiegsschwelle wird herabgesetzt. Dies gilt in noch höherem Maß für Kinder, denen der Sport näher gebracht wird. Wenn ich im Kindergarten oder der Grundschule bin, lasse ich immer pro Stock einen Punkt zählen, da dies deutlich schneller verstanden und gezählt ist. Nicht vergessen dürfen wir auch die Sportler der Special Olympics, auch für diese stellt diese eine Vereinfachung dar
- Welcher Stocksportler kennt überhaupt den Sinn hinter der Zählweise? Der Gedanke ist ja, dass ein Stock zwei Punkte zählt und der Extrapunkt ist für die gewonnene Kehre. Der nun getätigte Eingriff hat, wie zum Teil richtig erkannt wurde, Folgen auf die Ergebnisse. Völlig falsch ist allerdings die Vorstellung es würde nun mehr Unentschieden geben. Den Einwand habe ich noch nie verstanden. Ich schreibe seit zwei Jahren alle Ergebnisse mit der neuen Zählweise mit. Der nun behauptete Einfluss wird völlig überbewertet. Es wird dadurch nicht mehr Unentschieden geben. Wenn beide Mannschaften, die gleiche Anzahl an Kehren schreiben und das Ergebnis nicht Unentschieden ist, wird dies auch weiterhin so sein.
Ja es gibt Ergebnisse, die dann anders lauten werden, dies ist dann möglich, wenn eine unterschiedliche Anzahl an Kehren geschrieben wurde. Zum Beispiel ist ein 12:12 dann ein 5:4. Ein Team hat in vier Kehren drei Punkte geschrieben und die andere Mannschaft eine 5 und eine 7.
Ich rufe in Erinnerung: Ein Mannschaftsspiel ist ein Spiel zweier Mannschaften, um die Bestlage zur Daube. Ein Team hat die Bestlage fünfmal erreicht, die andere Mannschaft viermal. Also sollte es einen Sieger geben. Andernfalls müssten wir festlegen, dass es im Mannschaftsspiel darum geht mehr Kehren als der Gegner zu gewinnen. Natürlich verliert das „Break“ etwas an Bedeutung, aber alles in allem wird die sportliche Leistung höher bewertet. Dazu das nächste Beispiel: Team A hat in der Kehre von Team B vier Fehler, Team B schreibt 9, 2. Kehre regulär: Team A schreibt 3, 3. Kehre: ein Fehler Team B, Team schreibt 3, Kehre 4 wieder regulär: Team A schreibt 3. Somit würde es nach vier Kehren 9:9 stehen, obwohl Team A bereits vier Fehler gemacht hat und Team B erst einen.
Das Break ist weniger Wert, aber jeder wird doch weiterhin versuchen dieses zu erreichen? Hinzu kommt, dass es wichtiger wird möglichst jede Chance zu nutzen zusätzlich Punkte zu machen.
- Man stelle sich vor wir hätten bisher 1, 2, 3, 4 gezählt und würden nun auf 3, 5, 7, 9 umstellen. Das würde wohl tatsächlich niemand verstehen. Aber in die jetzt getätigte Richtung halte ich es für durchaus nachvollziehbar und sofort ersichtlich, dass dies die Anzahl der geschriebenen eigenen Stöcke ist.
- Ja es ist ein großer Eingriff in unseren Sport. Aber ich bitte darum diesen nicht zu stark zu dramatisieren. In der Praxis wird sich dies schnell einspielen und wir werden uns schnell daran erfreuen, wie leicht wir dem Neuling und dem Kind mit Interesse an unserem Sport diesen näher bringen können
Ich bin nun gespannt über welche Qualität von Kommentaren ich mich freuen darf. Ernst gemeinte und sachliche Fragen werde ich gerne mit einer Antwort würdigen.
Mit sportlichen Grüßen und mit maximalen Interesse an dem Besten für unseren Sport
Matthias Peischer
   

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